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Die Idee mit Hickory Golf

Noch in den 1950er Jahren, als ich als Kind das Golfspielen erlernte, waren Schläger aus Hickory-Holz durchaus üblich. Es gab sogar welche aus Bambus, die allerdings leicht zersplitterten. Ich sammele seit vielen Jahren antike Schläger und Golfutensilien aller Art. Erst als ein Freund mich mit Hickory-Golf bekannt machte, entdeckte ich den praktischen Nutzen meiner Sammlerstücke. Die besten und teuersten Schlager gehören natürlich in die Vitrine, aber es gibt auch genügend Exemplare, die ihre eigentlichen Qualitäten erst auf dem Platz zeigen. Es ist eine faszinierende Welt, egal ob man häufig oder nur selten mit antiken Schlägern spielt. Eine Runde mit Hickory-Schlägern ist wie eine Zeitreise. Man kann es vergleichen mit dem Fahren eines Oldtimers. Aus meiner Sammlung habe ich rund 30 spielbare Schlägersätze zusammengestellt, damit auch andere die Faszination des historischen Golfens erleben können.

Hickory Golf

Heute reden alle über die Technik des Golfens, kaum einer spricht über dessen Ideale. Gleichzeitig sorgt man sich über den Niedergang von Golf, dem man mit Variationen wie Speedgolf, Crossgolf oder SwinGolf zu begegnen versucht. Hickory-Golf ist eine Gegenbewegung zum nervösen Heute mit all seinen modernen Versuchen. Der Genuss steht im Vordergrund, das gemeinsame Spazieren über den Golfplatz - ohne Hektik, ohne Ehrgeiz, ohne Druck. Das Erlebnis ist wichtiger als die Verbesserung des Handicaps.

Der besondere Reiz - oder eine wunderbare Erfahrung

Hickory-Golf ist eine Herausforderung, weil es schwieriger zu spielen ist als modernes Golf. Die alten Schläger verzeihen keine Fehler. Der Golfball muss exakt getroffen werden, sonst verliert man Länge oder verfehlt die Richtung. Die Elastizität des Holzes erfordert ein sanfteres Schwingen. Man geht mir sechs oder sieben Schlägern auf die Runde. Wer viel mit Hickory-Schlägern spielt, wird ein besserer Golfer, denn es lenkt alle Aufmerksamkeit auf einen rhythmischen und harmonischen Schwung. Paradoxerweise spielt man mit diesen historischen Schlägern oftmals besser als mit einem modernen Set, weil man sich mehr auf den Schwung denn auf das Ziel fokussiert.

Wir spielen nur mit original Hickory Schlägern

Auch 80 bis 100 Jahre nach ihrer Herstellung sind antike Schläger noch spielbar. Das Hickory-Holz (eine Nussbaumart) der Schäfte hat eine Elastizität, die zwischen der von Stahl und Graphit liegt. Jeder Schläger ist ein Einzelstück, keine zwei gleichen einander. Die eisernen Schlägerköpfe stammen in der Regel aus Schottland. Die Schläger wurden von den Pros der damaligen Zeit vor Ort und oft nach den Bedürfnissen der Kunden zusammen gebaut. Anders als die nummerierten Schläger von Heute tragen sie Namen wie Brassie, Spoon, Baffy, Cleek, Mashie, Mid Iron, Spade Mashie, Mashie Niblick, Niblick, Jigger und Sammy. Von diesen Namen haben nur Driver und Putter überlebt. Replikate werden nicht verwendet, dafür aber moderne Bälle. Wir empfehlen Ladyballs oder weiche Modelle wie den Titleist Pro V1, welche die Schläger nicht überbeanspruchen.


Golf Tasche und Kleidung

Soweit es möglich ist werden antike Golftaschen verwendet. Es kommen aber auch Exemplare im Stil der Zeit zum Einsatz. Gleiches gilt für die Kleidung. Wahre Enthusiasten kaufen sich die so genannten Plus-Fours, das sind Knickerbocker, deren Stoff 4 Inches über das Knie herüberhängt. Mit einer Stoff- oder Leinenhose und einem passenden Pullover ist man aber auch gut angezogen. Wichtig ist es, ein wenig die Mode Anfang des 20. Jahrhunderts zu imitieren, damit das Spiel wirklich zu einer Zeitreise wird. Entsprechendes gilt für die Damen. Die Freiheiten sind groß, nur auf allzu aktuelle Funktionskleidung sollte man verzichten.

So werden Sie ein Hickory-Golfer

Um ein Golfer zu werden, muss man Golf spielen. Wenn man aber den spirit of the game wirklich erfahren möchte, dann muss man wenigstens einmal im Leben Hickory-Golf spielen. Die Begegnung mit der Geschichte und Kultur des Golfens ist spielerisch möglich. Und wenn man sich diese Erfahrung gönnt, erhält man ein Gespür für den langen Weg, den Golf in einem Jahrhundert genommen hat. Das schafft eine neue und tiefere Beziehung zum Golf, so wie wir es heute spielen.



Kontakt

Andrew Gauld
PGA Golfprofessional
andrewgauld@gmx.de

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